Rendez-vous : Paris” begeistert das Publikum

Das Knirps-Thea­ter be­geis­ter­te das Ro­ten­bur­ger Pu­bli­kum

In Ko­ope­ra­ti­on der VHS und dem DFP Ro­ten­burg (Deutsch-Fran­zö­si­scher Part­ner­schafts­ver­ein) war es ge­lun­gen, das „Knirps Thea­ter“ mit dem „En­sem­ble thé­â­tral“ für ein Gast­spiel in Ro­ten­burg zu ge­win­nen. Spe­zia­li­siert auf fran­zö­sisch­spra­chi­ge und bi­lin­gua­le Ei­gen­pro­duk­tio­nen bringt es le­ben­di­ge fran­zö­si­sche Kul­tur, Ge­schich­te und Le­bens­art auf die Büh­ne.

Das von As­trid Sa­cher und Fré­dé­ric Ca­mus im Au­di­to­ri­um der VHS in Sce­ne ge­setz­te Zwei­per­so­nen­stück „Ren­dez-vous : Pa­ris“ ist ak­tu­el­ler denn je. Über das Alle und Al­les ver­bin­den­de In­ter­net ha­ben zwei Men­schen Kon­takt mit­ein­an­der auf­ge­nom­men, Vik­to­ria lebt in Deutsch­land, Vic­tor Noir in Pa­ris. Sei­ne Be­schrei­bung sei­nes Äu­ße­ren, des in­ter­es­san­ten Be­rufs und die Schil­de­rung sei­nes Do­mi­zils in ei­nem der in­ter­es­san­tes­ten und schöns­ten Ar­ron­dis­se­ments glaubt die jun­ge Frau nur zu ger­ne. Sie ver­traut ihm und folgt sei­ner Ein­la­dung zu ei­nem Ren­dez-vous in Pa­ris. Es kommt wie es kom­men muss­te, das ers­te Tref­fen miss­lingt. Auf sich al­lein ge­stellt, muss sie sich nun zu ihm durch­fra­gen. An­hand sei­ner we­nig hilf­rei­chen Be­schrei­bung fährt sie mit der Me­tro kreuz und quer durch Pa­ris, lernt ab­seits von Tou­ris­ten­pfa­den die ver­schie­de­nen Ge­sich­ter der Welt­stadt ken­nen, wo ganz un­ter­schied­li­che Kul­tu­ren auf­ein­an­der­tref­fen. Sie be­geg­net mög­li­chen und un­mög­li­chen Ty­pen, wie ei­nem ga­lan­ten Ta­schen­dieb, ei­nem ver­kann­ten Poe­ten, ei­nem Clo­chard, ei­nem chi­ne­si­schen Koch, ei-nem ara­bi­schen Händ­ler oder der trom­meln­den Hell­se­he­rin Mam­ma­dou. Alle brin­gen ihr auf ihre ganz ei­ge­ne Art die Be­son­der­hei­ten und den Charme von Pa­ris nä­her. Schließ­lich en­det die Irr­fahrt auf dem welt­be­kann­ten Fried­hof „Père Lachai­se“ im gleich­na­mi­gen Quar­tier. Dort fin­det sie ih­ren sehn­lichst ge­such­ten Vic­tor Noir ne­ben Kom­po­nis­ten, Dich­tern und Staats­män­nern. Der Jour­na­list ist schon 1870 ohne be­son­de­ren Grund von Pierre Bo­na­par­te, ei­nem Cou­sin Na­po­lé­ons III. er­schos­sen wor­den und wur­de hier be­gra­ben.

Es war fas­zi­nie­rend, wie den bei­den Schau­spie­lern der Rol­len­wech­sel in den schnel­len Sze­nen ge­lang. Si­tua­ti­ons­ko­mik und Wort­spie­le der bur­les­ken Cha­rak­te­re brach-ten viel Hei­ter­keit. Die kunst­vol­le In­te­gra­ti­on deut­scher und fran­zö­si­scher Text­stel­len so­wie die Ver­bin­dung zwi­schen Wort und Hand­lung sorg­ten für eine all­ge­mei­ne Ver­ständ­lich­keit des Stü­ckes. Mit ei­ner ge­konn­ten Mi­schung aus amü­san­ter Un­ter­hal­tung und ei­nem au­then­ti­schen Spre­ch­er­leb­nis des Fran­zö­si­schen be­geis­ter­ten die bei­den Schau­spie­ler die zahl­rei­chen Zu­schau­er. Sie brach­ten dies mit herz­li­chem und an­dau­ern­dem Bei­fall zum Aus­druck.

Fo­tos : Kira Hei­del­berg, VHS Ro­ten­burg

Der Bei­trag im Jour­nal

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